Die Rettung des alten Kolonistenhauses und Entstehung des Museumshofes am Sonnenluch

Das aus der Zeit um 1760 stammende ehemalige Kolonistenhaus steht seit 1975 als mitteldeutsches Ernhaus unter Denkmalschutz. Eigentümer war, einschließlich der Nebengelasse, eine Erbengemeinschaft.

Das alte Fachwerkgebäude war stark einsturzgefährdet und für die Erbengemeinschaft der Abriss 1992 beschlossene Sache. An dieser Stelle sollten Einfamilienhäuser entstehen. Der 1979 geschlossene Pachtvertrag mit der Gemeinde Erkner zum Betreiben der Heimatkundlichen Stube auf dem Gelände war gekündigt worden.

In dieser dramatischen Situation gelang es dem damaligen Bürgermeister - gestützt auf einen Beschluss der Gemeindevertreter - in die Erbengemeinschaft einzutreten und den Abriss zu verhindern. Durch langwierige Verhandlungen in der Erbauseinandersetzung wurden das heutige etwa 2 ha große Areal und das alte Kolonistenhaus mit Nebengebäuden als Anteil erworben. Das andere noch unbebaute Gelände vom Schilfgürtel bis zur Wuhlhorster Straße ist heute Eigentum der Erbengemeinschaft, die dort Einfamilienhäuser errichtet.

Parallel zu den Gesprächen zur Erbauseinandersetzung hatte die Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem Architekturbüro Horstmann/Hoffmann einen Förderantrag an das Land Brandenburg zur Rettung des historischen Kolonistenhauses und der Nebengelasse zwecks Einrichtung eines Heimatmuseums gestellt. Mit Unterstützung des Landkreises und anderer Befürworter gelang es, 1,2 Mill. DM Fördermittel zu erhalten. Mit dieser Summe und Zuschüssen vom damaligen Kreis Fürstenwalde und der Gemeinde Erkner begann im Januar 1994 die komplette Rekonstruktion des uralten Bauwerks und des Geländes im vorderen Grundstücksteil. Unter Leitung des Architekten Horstmann, der später die Bechstein-Villa (Rathaus Erkner) rekonstruiert hat, erstreckten sich die Arbeiten bis zum Frühjahr 1996.

Eine vom Heimatverein Erkner e.V. vorbereitete Dauerausstellung konnte etabliert werden. Die Einweihung des Heimatmuseums und der Abschluss eines Betreibervertrages zwischen der damaligen Gemeinde Erkner und dem Heimatverein Erkner e.V. erfolgten in feierlicher Form am 21. Juni 1996.

Wer heute den weiter profilierten Komplex des Heimatmuseums am Sonnenluch mit seinem Kräutergarten und der Streuobstwiese betritt, erfreut sich immer wieder an der gelungenen Rettung eines der ältesten Gebäude in Erkner aus der friderizianischen Binnenkolonisation zwischen 1740 und 1760. Nach dem gelungenen Umbau des früheren Kuhstalls zum Veranstaltungsraum und dem Ausbau der alten Scheune zu einem Museum, das auch die Industriegeschichte Erkners veranschaulicht, ist die komplette Rekonstruktion des Museumsgeländes abgeschlossen.